Joomla 3 Update: Geht das noch, und was ist die bessere Alternative?

Joomla 3 bekommt seit August 2023 keine Sicherheitsupdates mehr. Wenn deine Website noch darauf läuft, ist das erst einmal kein Grund zur Panik, aber ein guter Grund, sich jetzt bewusst für einen Weg zu entscheiden, statt es einfach laufen zu lassen.

Ein Update von Joomla 3 auf Joomla 5 ist technisch möglich, in der Praxis aber selten die einfachste Lösung. Alte Templates und Erweiterungen sind meistens nicht mehr kompatibel, dadurch wird aus einem Update schnell ein halber Website-Umbau. Ob sich das für dich lohnt, hängt davon ab, wie du deine Seite künftig nutzen willst, dafür gibt es neben dem klassischen Update noch drei weitere Wege. Hier sind alle vier Optionen im Vergleich, mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen.

Option 1: Einfach weiterlaufen lassen

Das ist die Option, für die sich die meisten unbewusst entscheiden, einfach indem sie nichts tun. Kurzfristig funktioniert das auch, die Seite läuft ja weiter. Das Problem ist die Sicherheitslücke, die mit jedem Monat ohne Updates größer wird. Bekannte Schwachstellen in alten Joomla-Versionen werden aktiv von automatisierten Bots gescannt, nicht nur von gezielten Angreifern. Für eine Visitenkarten-Website ohne sensible Daten ist das Risiko überschaubar, für alles mit Kundendaten, Formularen oder einem Login-Bereich wird es mit der Zeit ernst.

Option 2: Upgrade auf Joomla 5

Technisch die naheliegendste Lösung, in der Praxis aber oft aufwändiger als gedacht. Viele Templates und Erweiterungen aus der Joomla-3-Zeit sind nicht mehr kompatibel oder werden nicht mehr gepflegt, dadurch wird aus einem einfachen Update schnell ein halber Website-Umbau. Sinnvoll ist das vor allem, wenn du ohnehin planst, an der Seite inhaltlich viel zu verändern und ein aktives CMS-Backend mit vollem Funktionsumfang weiter brauchst.

Option 3: Kompletter Relaunch mit einem anderen CMS

Der größte Schritt, aber auch die Chance auf einen echten Neuanfang, etwa mit WordPress. Das lohnt sich, wenn die alte Seite ohnehin nicht mehr zu dem passt, wofür dein Betrieb heute steht, oder wenn du zusätzliche Funktionen brauchst, die Joomla 3 nie hatte. Der Aufwand ist entsprechend höher als bei den anderen Optionen, dafür bekommst du eine Seite, die wieder für Jahre trägt.

Option 4: 1:1-Konvertierung in statisches HTML

Das ist die Option, die in den meisten Vergleichen fehlt, weil sie kein Standard-Angebot ist. Dabei wird deine bestehende Seite optisch und inhaltlich unverändert in reines HTML umgewandelt. Kein Joomla-Backend mehr, kein Datenbank-Login, keine Angriffsfläche, die ein CMS mitbringt. Eine statische HTML-Seite lässt sich nicht über die üblichen Joomla-Sicherheitslücken hacken, weil es die Technik dahinter schlicht nicht mehr gibt.

Der naheliegende Einwand: Wie ändere ich dann noch etwas? Das läuft bei uns weiterhin über den Konvertierungs-Service, kleine und größere Änderungswünsche geben wir wie gewohnt weiter, du musst dich also nicht selbst durch ein Backend arbeiten, das es nicht mehr gibt.

Diese Option passt vor allem, wenn sich deine Website inhaltlich selten ändert und du den bestehenden Auftritt eigentlich behalten willst, nur ohne das Sicherheitsrisiko. Sie passt weniger, wenn du selbst regelmäßig Inhalte pflegst und dafür ein eigenes Backend brauchst, dann ist Option 2 oder 3 der richtigere Weg.

Welche Option passt zu dir

Kurz zusammengefasst: Wer selbst aktiv im Backend arbeitet, kommt an einem Upgrade oder Relaunch kaum vorbei. Wer eine bestehende, inhaltlich stabile Seite einfach nur absichern will, ohne sie neu aufzubauen, für den ist die HTML-Konvertierung oft die unaufwändigste und zugleich sicherste Lösung. Am Ende hängt die richtige Wahl weniger an der Technik als daran, wie du deine Website in den nächsten Jahren tatsächlich nutzen willst.


Über den Autor
Andreas Gräber arbeitet seit über zwanzig Jahren mit inhabergeführten Betrieben daran, ihren Auftritt unverwechselbar zu machen. Heute unterstützt er sie außerdem dabei, ihr Büro mit KI-Tools zu entlasten, ohne dass die eigene Handschrift verloren geht.